GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Auf den Spuren des Ignatius von Loyola...

Wanderer (c) Rüdiger Hagens
Datum:
Fr. 30. Sep. 2022
Von:
Pfr. Rüdiger Hagens

war ich in diesem Sommer unterwegs. Neben dem sehr bekannten Jakobsweg gibt es nämlich in Spanien auch den Ignatiusweg (camino ignaciano). Er führt in 27 Etappen über 676 km von Loyola im Baskenland bis Manresa in Katalonien.

1522 – also vor genau 500 Jahren! - machte sich der damalige Adlige und Soldat Ignatius von seinem Heimatort Loyola auf den Weg, um über den Wallfahrtsort Monserrat nach Barcelona zu gelangen und sich dort Richtung Jerusalem einzuschiffen. Seine Weg endete jedoch aus verschiedenen Gründen zunächst in Manresa, wo er seine „Geistlichen Übungen“ verfasste.

Der Weg war Ausdruck und Abschluss einer Lebenswende. Der Soldat Ignatius war bei Kämpfen in Pamplona schwer verletzt worden und musste monatelang das Krankenbett hüten. Aus lauter Langeweile griff er auch zur Bibel und zu Beschreibungen des Lebens Jesu. Und dieser Griff wurde zur Ergriffenheit. Ignatius ließ sich von der Botschaft Jesu faszinieren, er fühlte sich berufen, von einem Soldaten dieser Welt zu einem Soldaten Christi werden. Und nach seiner Genesung wollte er diese Berufung auf dem Weg nach Katalonien klären. Später dann (1540) wurde er zum Begründer des Jesuitenordens, der in der Folgezeit einen großen Einfluss in der Kirche hatte.

Wer heute auf den Spuren des Ignatius pilgert, ist nicht von Pilgermassen umgeben. Auf vielen Etappen begegnet man kaum einem anderen Wanderer/ Pilger. In den Pilgerherbergen, die unterwegs teilweise vorhanden sind, waren wir oft nur 2 oder 4 Leute, die dort übernachteten. Und das war eine beeindruckende Erfahrung, in Ruhe durch die schöne Bergwelt des Baskenlandes, die Weinberge der Rioja und die Weiten der Ebro-Ebene bis Saragossa zu wandern. Auch eine „heiße“ Erfahrung – Temperaturen von 35 °C und höher waren keine Seltenheit.

Und nicht zuletzt eine spirituelle Erfahrung. Denn jeden Tag haben wir uns auch von Ignatius und seinem inneren Weg inspirieren lassen. So hat er einmal gesagt: „Wir müssen uns mit der Zucht des inneren Menschen viel mehr Mühe geben als mit der des äußeren; der Geist ist kostbarer als das Gebein.“

Man könnte auch etwas kürzer und moderner sagen: Seelsorge ist wichtiger als Leibsorge. Und das scheint mir in eine Zeit zu passen, die dem Styling, dem Outfit, der Fitness und dem Sport so viel Raum gibt – darüber aber manchmal die Seele und ihr Wohlergehen vergisst.

Geist und Gebein, innerer Weg und äußerer Weg, Spiritualität und Sport, Seel-Sorge und Leib-Sorge - beides gehört zusammen, nicht nur auf einem Pilgerweg, sondern auf unserem ganzen Lebensweg, meint

Pfr. Rüdiger Hagens