GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Bäume…

Kreuz zu Ostern / Karwoche (c) Bildquelle: www.religioese-geschenke.de
Datum:
Fr. 26. März 2021
Von:
Rüdiger Hagens, Pfr.

Bäume…

…stehen nicht nur im Wald, sondern auch am Anfang und am Ende der Bibel.  Von einem Baum des Lebens und einem Baum der Erkenntnis erzählt das Buch Genesis (2,9). Die Johannesapokalypse greift das überbietend wieder auf: Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal: und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. (22,2).

Am Anfang – das Paradies. Dann: der Sündenfall.. Sein-wollen-wie-Gott, Brudermord, Neid, Betrug… Wovon die Bibel in ihrer Urgeschichte in Bildern und Mythen erzählt, das geschieht immer wieder neu. Die Menschheitsgeschichte ist auch eine Geschichte des Unheils. Der Mensch bedarf der Erlösung. Das Christentum: eine Erlösungsreligion. Und wodurch geschieht Erlösung? Durch Jesu Hingabe am Kreuz. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat (Joh 3,16). So steht in der (nicht zeitlichen, sondern sachlichen) Mitte der Weltgeschichte auch ein Baum. Aber ein toter, ein abgestorbener Baum. Das Holz des Kreuzes. „Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen“, beten wir in der Karfreitagsliturgie. Das tote Holz des Kreuzes wird zum Baum des Lebens. Das Paradies ist wiederhergestellt. Wir sind erlöst – aber die Fülle dieser Erlösung wird und muss sich noch offenbaren. In der Vollendung. Die endzeitliche Heilsgemeinde wird durch das Erlösungswerk Jesu Christi aus allen Völkern zusammengeführt. Am Ende – die Bäume des Lebens, die Leben in Fülle spenden.

Wenn wir in der Karwoche oder an Ostern einen (Wald)Spaziergang machen, könnte uns das bewusst werden: jeder Baum ist ein Symbol des anfänglichen und endzeitlichen Paradieses. Und ein Symbol des Kreuzes Jesu: Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht (GL291).

 

Pfr. Rüdiger Hagens