GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Der Stein ist weggewälzt... oder: Jesus ist auferstanden

Stein weggerollt (c) pixabay.com
Datum:
Sa. 3. Apr. 2021
Von:
Melanie Kwasnitza

Beim Bericht über die Auferstehung Jesu spielt ein Stein eine große Rolle. Jesus wurde in einem sogenannten Felsengrab bestattet, das von einem großen Stein verschlossen war.

Im Evangelium der Osternacht (Mk 16, 1-7) wird uns berichtet, dass die Frauen sehr früh zu diesem Grab gehen. Sie wollen Jesus salben. Auf ihrem Weg fragen sie sich, wer ihnen denn helfen könnte, den Stein wegzuwälzen, damit sie zum verstorbenen Jesus gelangen können, um den geplanten Dienst zu verrichten.
Als sie ankommen, sehen sie, dass der große Stein schon weggewälzt ist.

Das stelle ich mir gleichzeitig irritierend und befreiend vor. Zumindest nicht der Erwartung der Frauen entsprechend.

Was ist mit den Steinen vor meinen inneren Gräbern?
Weggewälzt oder noch da?

Steine lösen sich nicht in Luft auf, nicht die realen Steine und auch nicht die,die auf meinem Herzen und meiner Seele lasten.

Von diesen Steinen wird es vielleicht an diesem Ostern in Pandemie-Zeiten so einige geben:

*Vereinsamung
*Krankheit und Tod
*Sorgen um die Zukunft
*Finanzielle Probleme
*Frust und Müdigkeit
*...

Auch der Stein im Evangelium hat sich nicht in Luft aufgelöst, er war „nur“ weggewälzt, zur Seite gerollt, hat den Eingang frei gemacht. Das ist anders als erwartet, das ist irritierend und befreiend zugleich, das ist ein anderer Blick auf das Ganze. 

Die Botschaft des weggewälzten Steines kann mir helfen, den Blick auf meine Steine zu ändern. 

Sie lösen sich nicht in Luft auf, sie bleiben, aber diese Botschaft ändert doch alles, setzt ein anderes Vorzeichen, macht einen anderen Blickwinkel: es gibt die Perspektive, dass auch meine Steine zur Seite gerollt werden, ohne, dass ich das selber tun kann oder muss.

Ich bin vielleicht – genau wie die Frauen – mit der Frage und der Sorge unterwegs, wer oder was mir meine Steine wegwälzen kann. Und ich stehe vielleicht manchmal – genau wie die Frauen – irritiert und befreit vor meinen inneren Gräbern und spüre, wie ein großer oder kleiner Stein zur Seite gerollt ist. Anders als vielleicht erwartet. 

Das ist für mich das Wunder und das Geheimnis von Ostern: 
Der Stein ist weggewälzt! Jesus ist auferstanden!

So wünsche ich Ihnen auch im Namen des Pastoralteams unserer GdG St. Peter ein frohes, gesegnetes und innerlich befreites Osterfest in diesen Zeiten!

Melanie Kwasnitza
Gemeindereferentin