GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Die Seele brennt

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Datum:
Mo. 25. Juli 2022
Von:
Schwester Ida Haurand

Ich war verwundert, als ich diesen Text gelesen haben. Nicht wegen der Aussage, die kenne ich aus zahlreichen religiösen Kontexten  – viel eher brachte mich der Kontext zum nachdenken.

 Ich war vor zwei Wochen mit einer Gruppe interessierter Menschen aus dem TaK (Treff am Kapellchen) und dem Volksverein zu einer Führung und einem gemeinsamen Mittagessen im Borussia Park. Die knapp 40-köpfige Gruppe lief  zwei Stunden lang durch das Stadion und fachsimpeltet über gebrochene Torpfosten, die Rasenqualität und Pokale aus längst vergangenen Zeiten.

 Ich muss gestehen: Mein Interesse hielt sich in Grenzen. Und doch faszinierte mich die Art und Weise wie im Stadium miteinander umgegangen wurde. Eine Formulierung fiel mir ganz besonders auf: Unser Stadion und unsere Mannschaft. Wir waren eine absolut heterogene Gruppe, geeint in einer Leidenschaft die alle miteinander verbunden hat.  

Diese Leidenschaft spürt man fast überall in Mönchengladbach, auch wenn man nicht-Fußballbegeistert ist. So sollte Kirche sein. Mindestens. Wir können als Kirche viel vom Sport lernen. Meiner Meinung nach ist Sport einer der wichtigsten Orte der Formation, der Wertevermittlung, für Menschen in allen Lebensphasen. Teamgeist, Rücksicht, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und das innere Brennen für das gemeinsame Ziel sind Eigenschaften,  die im Sport essenziell sind – aber auch uns Christ*innen charakterisieren. Klar, Schattenseiten gibt es: Geld, Korruption und Missbrauch. Aber da kommt die Frustrationstoleranz, das Zusammenhalten auch bei einem schlechten Endergebnis, ins Spiel. 

 

Grundsätzlich hinkt der Vergleich zwischen Sport und Religion natürlich – trotzdem:  Es gibt so vieles, von dem wir lernen können, vor allem aber auch vieles was wir geben können. Kirche verändert sich und Orte der Kategorialseelsorge sind, meiner Meinung nach, die Zukunft unserer Kirche. Die gute Nachricht ist: Mönchengladbach hat diesbezüglich unheimlich viel Potenzial. 

Schwester Ida Haurand