GdG St. Peter Mönchengladbach-West

DANKBARKEIT

(c) CC0 1.0 - Public Domain (von unsplash.com)
Do 2. Jan 2020
Manuela Thies-Diekamp, Gemeindereferentin

In Buchhandlungen oder beim Stöbern im Internet kann man sie momentan überall finden: sogenannte Dankbarkeits-, Glücks- oder Achtsamkeitstagebücher.

Oftmals wunderschön gestaltete Bücher oder kleine Heftchen, in denen man jeden Tag aufschreiben kann, was man Schönes erlebt hat, worüber man dankbar ist, welche positive Dinge es in meinem Leben gerade gibt,...

Diese Tagebücher können helfen, zu mehr Dankbarkeit, Zufriedenheit und Glück im Leben zu finden. Das geht in die Richtung der positive Psychologie, die sich – wie der Name schon sagt, mit den positiven Aspekten unseres Menschsein befasst.

Ich kenne eine Person, die schreibt schon seit Jahrzehnten, lange bevor jemand oben erwähnte Tagebücher erfunden hat, jeden Abend ganz treu in einen ganz normalen Jahreskalender Dinge auf, für die sie dankbar ist an diesem Tag.

Jeden Abend, Tag für Tag, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt. So entsteht wirklich in einem Menschen eine Haltung der Dankbarkeit gegenüber dem Leben, gegenüber Gott.

All das ist im Grunde keine neue Idee.

All das lässt mich an etwas denken, dass sich schon vor langer Zeit jemand ausgedacht hat:

Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, den liebenden Rückblick auf den Tag oder wie Ignatius von Loyola, der Ordensgründer der Jesuiten (1491 – 1556) es selber genannt hat: das Examen.

Wie ich es verstanden habe, geht es dabei darum, sich am Ende des Tages etwa 15 Minuten Zeit zu nehmen, um vor Gott meinen Tag liebevoll anzuschauen.

Alles Schöne und Gelungene soll seinen Platz haben und auch das, wo ich vielleicht hinter meinen Möglichkeiten und den Möglichkeiten Gottes mit mir zurück geblieben bin - eine Art persönliche Tagesschau.

Es geht darum, die Dinge des Tages aufmerksamer und achtsamer zu betrachten, darin Gottes Willen und Gottes Spur für mich und mein Lebern zu erkennen.

So entsteht Dankbarkeit, erwächst Hoffnung und das Vertrauen, dass Gott in meinem Leben ist, dass er mit mir geht und er es gut mit mir meint, auch wenn ich das nicht immer sofort so klar erkennen und annehmen kann.

Ich habe dieses kleine Gebet für mich selbst immer mal wieder versucht zu üben.

Es erfordert schon eine gewisse Disziplin, aber es schenkt eine Art inneren Frieden.

Vielleicht ist die Fastenzeit eine Einladung an uns alle, noch mal neu, noch mal wieder, zum ersten Mal oder jeden Tag wieder neu liebevoll auf mein Leben zu schauen und Gott DANKE dafür zu sagen.

 

Melanie Kwasnitza

Gemeindereferentin