GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Lastenrad oder Mountainbike?

Fahrradklingel (c) Bild: Peter Weidemann, In: Pfarrbriefservice.de
Datum:
Fr. 4. Juni 2021
Von:
Manuela Thies-Diekamp

Es ist Sommer. Für viele ist das Grund genug, endlich das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Und jetzt muss es erst einmal geputzt und verkehrstauglich gemacht werden. So stehe auch ich vor meinem Fahrrad und überlege: Gibt es eigentlich Teile an meinem Fahrrad, die besonders wichtig sind oder besonders unwichtig? Vielleicht der Gepäckträger, der ein bisschen locker ist… na, klar, ohne könnte ich schon fahren, aber „Nein“, eigentlich brauch ich den für meine Fahrradtaschen, und deshalb muss auch er fest verschraubt sein. Jedes Teil des Fahrrades ist wichtig. Sogar jede einzelne Speiche, obwohl es davon so viele am Rad gibt. Wenn eine Speiche kaputt ist oder locker oder sogar fehlt, dann kann die Felge das Gewicht des Rades nicht mehr gleichmäßig verteilen, das ganze Rad wird krumm und fährt nicht mehr schön rund. Oder das Ventil – so ein kleines Ding kann, wenn es fehlt, die schönste Radtour verhindern.

Gemeinde oder Kirche kann man gut mit einem Fahrrad vergleichen. Es gibt einen Lenker - manchmal ist es auch eine Lenkungsgruppe. Da sind Menschen, die sorgen für Bequemlichkeit – so wie der Sattel. Das sind die, die für eine Willkommenskultur sorgen, so dass man sich sofort wohlfühlt. Geselligkeit ist doch etwas, das wir seit Beginn der Pandemie so schmerzlich vermissen: Pfarrfest, Schützenfest, Ausflüge, Seniorenkaffee…Da sind Menschen mit Profil, die sagen offen ihre Meinung in den verschiedenen Gruppen und Gremien unserer Gemeinde oder GdG. Aber genau dieses Profil gibt den Reifen und damit dem ganzen Rad die nötige Bodenhaftung. Es gibt Bremser. Jede*r weiß, wie überlebensnotwendig eine gut funktionierende Bremse ist. Auf den Pedalen wird zwar herum getrampelt, aber genau sie treiben das Fahrrad an. Der Rahmen schließlich verbindet all diese Einzelteile, von ihm hängt die Wirkung des Ganzen ab. Der Rahmen gibt dem Fahrrad seinen bestimmten Charakter. Ist es ein Hollandrad, ein Rennrad, ein Lastenrad oder ein Mountainbike? Ist es blau oder schwarz oder bunt?

Im November bekommt unsere GdG St. Peter einen neuen Rahmen, wenn am 6./ 7. November die verschiedenen Räte neu gewählt werden: GdG-Rat, Pfarreiräte und Kirchenvorstände. Die Pfarreien stehen in naher Zukunft durch den Prozess 'Synodaler Weg' vor grundlegenden strukturellen und pastoralen Herausforderungen und Veränderungen. Umso wichtiger ist es, engagierte Mitglieder für diese verschiedenen Gremien zu gewinnen. Wir brauchen ein sportliches und stabiles und modernes „GdG-Rad“, mit dem Hürden und Hindernisse genommen werden können, damit Kirche auch den zukünftigen Erfordernissen unserer Welt und Gesellschaft gerecht werden kann.

Aber auch, wenn es einen neuen Rahmen geben wird, bleibt die Wichtigkeit, die Unverzichtbarkeit jedes einzelnen Teiles des alten Rades. Alle Teile haben ihren Platz und ihre Aufgabe, alle Gruppen und Kreise, alle so verschiedenen Menschen unserer Gemeinde, unserer GdG haben ihren unverzichtbaren Platz in unserem Fahrrad. Wenn sich alle an ihrem Platz wohl fühlen, Gestaltungsraum haben, Eigenverantwortlichkeit, Anerkennung erfahren, Kontakte und Freundschaften leben, andere im Blick haben – dann läuft unser Fahrrad rund. Dann dreht sich natürlich auch der Dynamo und treibt die Lampe an, die ein helles Licht erstrahlen lässt.

Ihr seid das Licht der Welt!“ heißt es nicht umsonst im Johannes-Evangelium.

Das Licht, das allen Menschen leuchten soll. Ein großes Ziel, eine große und sportliche Aufgabe, für unsere Gruppen und Gremien, aber auch für jeden einzelnen von uns. Überlegen Sie doch mal, ob Sie im GdG-Rat oder in einem der Pfarreiräte oder Kirchenvorstände mitmachen möchten. Machen Sie mit, lassen Sie sich aufstellen und wählen. Wir alle brauchen Sie!

Manuela Thies-Diekamp, Gemeindereferentin