GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Nachwuchs in St. Anna

10.07.2019

Turmfalken in St. Anna (c) H. Panglisch
Turmfalken in St. Anna
Mi 10. Jul 2019
Helga Panglisch

Der „Nachwuchs von St. Anna“ war in den vergangenen Wochen Gesprächsthema rund um den Kirchturm: Ich möchte Ihnen kurz erzählen, wie es weiter gegangen ist, nachdem ich im Mai sechs Turmfalken-Eier im Brutkasten des Kirchturms gefunden hatte.

Als ich am 24. Mai zum Brutkasten kam, schauten mich drei kleine, frisch geschlüpfte Küken vorsichtig an. Welche Freude, die dann allerdings direkt etwas getrübt wurde, als wir feststellten, dass ein männlicher Turmfalke tot auf dem Kirchdach lag. Würde es die Mama schaffen, die drei Kleinen ausreichend mit Nahrung und Wärme zu versorgen?
Von nun an stieg ich jeden zweiten Tag die 136 Treppen- und Leiterstufen zum Kirchturm hoch, um zu schauen, wie es „unserem“ Nachwuchs geht. Und siehe da: Die drei Küken nahmen immer mehr an Gewicht und Größe zu… das Schlimmste schien überstanden.

Aber dann musste ich am 7. Juni eine traurige Entdeckung machen: Die Nachbarn der Kirche hatten schon zwei Tage lang keinen Anflug mehr beobachten können. Im Brutkasten lag der zweite tote Elternvogel  und die drei Küken blickten mich hilflos an.

Da mussten wir schnell handeln:  Auf Anraten der Greifvogelhilfe Rheinland habe ich die drei Küken dann sofort in einem Karton vom Kirchturm zu mir ins Büro gebracht. Herr Seifert von der Greifvogelhilfe war nur kurze Zeit später zur Stelle und hat uns erklärt,  wie die Küken jetzt in Brüggen mit der sogenannten Wildflugmethode weiter aufgezogen und dann ausgewildert werden.

Hiermit meint man die Freilassung von Greifvogeljungtieren mit unterstützender Fütterung über einige Wochen hinweg. In der Sommerzeit werden in fast jeder Greifvogel-Auffangstation verwaiste Jungtiere als Fundtiere abgegeben. Wenn ein Zurücksetzen am Fundort nicht möglich ist, müssen diese durch den Menschen aufgezogen werden. Der Wildflug ist mit Altvögeln nicht möglich und bezieht sich immer auf Jungtiere!

Wir haben „unsere 3“ also vor genau einem Monat abgegeben… und freuen uns sehr, dass sie am 28.06. das erste Mal in der Greifvogelstation in Brüggen ausgeflogen sind. Die Vögel wurden vor ihrem ersten Ausflug beringt und sind somit individuell erkennbar. Alle drei sind schon prächtige Tiere geworden; es geht Ihnen wunderbar. Dafür gebührt Herrn Seifert und Frau Urbaniak ein recht herzliches Danke-Schön. Die Greifvogelhilfe ist auf Spenden angewiesen. Nähere Infos gibt es unter www.greifvogelhilfe.de

Zurzeit werden die Falken noch jeden Tag zugefüttert. Sie benötigen noch ungefähr bis Anfang August Zeit, bis sie selbstständig sind und die Greifvogelhilfe nicht mehr brauchen.

Ja und wer weiß… vielleicht kehren „unsere 3“ dann irgendwann nach St. Anna zurück… von Brüggen bis Windberg ist es ja schließlich nicht so weit. Ich würde mich sehr freuen.


P.S. Eines war allerdings kurios… oder auch wie „mitten aus dem Leben“: Auch der zweite von mir gefundene Elternvogel war ein Männchen!

Helga Panglisch