GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Sintflutartige Regenfälle...

Sintflutartige Regenfälle... (c) Bild: Friedbert Simon (Fotografie), Erich Schickling (künstlerischer Entwurf) In: Pfarrbriefservice.de
Datum:
Do. 22. Juli 2021
Von:
Rüdiger Hagens, Pfr. Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden St. Peter MG-West

Sintflutartige Regenfälle...

...gingen Mitte des Monats in verschiedenen Regionen unseres Landes nieder. Die Auswirkungen waren teilweise verheerend. Tote, Verletzte, Menschen, die ihr Haus, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Gut, dass eine große Welle der Solidarität durch unser Land gegangen ist und weiter geht – Sie finden auch auf dieser homepage Möglichkeiten, zu spenden.

Sintflutartige Regenfälle – die Redewendung erinnert an die alte biblische Geschichte von Noah und seiner Arche aus dem Buch Genesis (Gen 6-8). Wie immer man diese Geschichte theologisch oder historisch einordnet – sie zeugt davon, dass Menschen immer schon mit den Gewalten der Natur konfrontiert waren. Die Natur – das sind nicht nur romantische Sonnenuntergänge, grandiose Berglandschaften, tropische Südseestrände. Die Natur – das sind auch Sturmfluten, Dürreperioden, Hitzewellen, Insektenplagen, Viren und ihre Mutationen. Die Corona-Krise hat uns das eindringlich vor Augen geführt, und jetzt werden wir angesichts des Hochwassers auf andere Weise mit der Erbarmungslosigkeit der Naturgewalten konfrontiert. Wir Menschen sind eben Geschöpfe, „der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten“ (Ps 144,4). Wir sind nicht allmächtig, sondern oft ohnmächtig.

Allerdings, das lehrt uns die Geschichte von Noah auch: wir sind nicht zur Tatenlosigkeit verdammt. Noah baut eine Arche. Er sorgt vor. Eine Präventionsmaßnahme!

Noah zeigt uns die Wichtigkeit der Vorsorge. Küstenschutz, Klimaschutz, Hochwasserschutz, Virenschutz – ja, wir wissen, all das ist wichtig. Aber die Menschen, die warnen, die entsprechende Maßnahmen einfordern, nehmen wir oft nicht ernst. So schlimm wird es schon nicht kommen. Jetzt gibt es Wichtigeres. Wir lassen uns die Stimmung nicht verderben. 

Das gilt übrigens auch für den privaten Bereich. Auch da kann man ja „absaufen“. Alkoholsucht, Drogensucht, Adipositas, Spielsucht – wer in der eigenen Lebensführung Warnsignale oder den guten Rat anderer ignoriert, kann böse enden.

Ob Corona-Pandemie, Hochwasser oder private Krisen: Wir sollten Warnsignale ernstnehmen. Schutzmaßnahmen ergreifen. Vorsorgen. Alles in dem Wissen, dass es nie einen 100prozentigen Schutz, eine 100prozentige Sicherheit geben kann. Aber die Zusage Gottes im Menschheitsbund mit Noach, im Zeichen des Regenbogens: „Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen.“ (Gen 9,12).

Pfr. Rüdiger Hagens