GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Von Urlaub, Gott und Meer

Meer - @ Ute_Quaing_pfarrbriefservice.de (c) Ute Quaing, Pfarrbriefservice
Datum:
Fr. 5. Aug. 2022
Von:
Manuela Thies-Diekamp

Von Urlaub, Gott und Meer

Gerade erst bin ich aus dem Urlaub zurückkommen. Der Koffer ist ausgepackt, die Wäsche dreht in der Waschmaschine ihre Runde, bevor kurze Hosen, Sommerkleidung und Badesachen auf der Wäscheleine nochmals einen sonnigen Platz erhalten.

Am liebsten fahre ich im Urlaub ans Meer. Schon auf der Hinreise kann ich den Augenblick kaum erwarten, wenn ich zum ersten Mal das blaue Wasser und die weißen Dünen sehe. Und wenn ich dann endlich am Strand stehe, lässt das gleichmäßige Rauschen der Brandung meinen Atem gleichmäßiger und tiefer werden. Der weite Blick und das tiefe Blau von Meer und Himmel in allen Farbnuancen weiten mich und mein Leben. Und plötzlich spüre ich Gottes Größe und Weite in seiner Schöpfung und mich als ein kleines Teil darin, im Anblick eines unendlich scheinenden Himmels.

Aber ich bleibe nicht lange im Sand liegen, um die Wärme der Sonne spüren. Ich laufe am Strand entlang, immer auf der Suche nach Schätzen, Steinen oder Muscheln. So verbringen wir die ersten Tage am Meer. Und dann machen wir uns auf eine Entdeckungsreise. Es gibt so viel Schönes zu sehen und zu entdecken: kleine Orte, verwunschene Schlösser, bunte und liebevoll bepflanzte Gärten und Parks, kleine Dorfkirchen und große Kathedralen. Im Erholungs-Modus sind die Sinne fein ausgeprägt für all die Schönheiten um mich herum. Hier erfahre ich Gott auf eine besondere, intensivere und ganz andere Weise als in meinem Alltag. Ich nehme mir Zeit, bleibe einfach ein wenig in der Kirche oder im Park sitzen, bestaune das Bauwerk mit seiner Schönheit, nehme Architektur und Licht, Gerüchte und Töne wahr. Gotischen Kathedralen strecken sich in schwindelerregende Höhen – innerlich strecke ich mich mit, Gott entgegen.

Wir brauchen so sehr diese Zeiten, in denen wir uns zurückziehen können, um Kraft zu tanken. Es scheint so, als ob der Urlaubs-Modus ganz besonders öffnet für Gott und seine Schöpfung. Befreit von Termin- und Zeitdruck sind die Sinne so viel empfindsamer als im Alltag.

Dass es Gott ganz ähnlich ergangen ist, lesen wir im biblischen Buch Genesis: „So wurden Himmel und Erde vollendet mit allem, was darin ist. Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk, das er gemacht hatte. An diesem Tag ruhte er aus von all seiner Arbeit, die er getan hatte.“ (Gen 2,1-2) Gott vollendet die Schöpfung von Himmel und Erde mit einer Auszeit. Und ich stelle ihn mir vor, wie er dasitzt und schaut und lauscht und staunt über das, was er geschaffen hat.

Jetzt – wieder zuhause – lege ich die frisch gewaschene Sommerkleidung in den Schrank und frage mich: Wie kann ich Entspannung und Urlaubsgefühl noch ein wenig festhalten? Wie kann ich auch im hektischen Alltag Gott begegnen, ihn spüren und Kraft tanken? Natürlich kann ich in eine Kirche gehen, den Gottesdienst mitfeiern oder einfach das Gebäude, die Musik, das Licht und die Gebete auf mich wirken lassen. Auch das Rauschen der Blätter in den Sommerbäumen in einem Wald oder Park lässt mich mit Gottes Schöpfung atmen. Ich muss mir eben nur diese kleinen Auszeiten gönnen, für mich und meinen Gott.

Vom 14.8. bis zum 9.9.2022 holen wir den Strand und das Meer in die Kirche St. Anna. Wir laden herzlich ein zu einer kleinen Auszeit am Kirchenstrand und zu einem sorgfältig zusammengestellten Programm mit den verschiedensten Gruppen unserer GdG St. Peter.

Dem Meer lauschen, den Atem anpassen, zur Ruhe kommen, staunen, Gott begegnen…

 

Manuela Thies-Diekamp, Gemeindereferentin