GdG St. Peter Mönchengladbach-West

Stille

(c) CC0 1.0 - Public Domain (von unsplash.com)
Datum:
Do. 29. Apr. 2021
Von:
Melanie Kwasnitza, Gemeindereferentin

In der letzten Woche konnten wir endlich mit den Familien in die Erstkommunionvorbereitung starten.

Wir haben gemeinsam unsere ersten Weggottesdienste gefeiert.

Und wie in jedem Jahr ist es ein Element, das mich immer besonders beeindruckt:

der „Weg in die Stille“.

Wir üben mit den Kindern und den Erwachsenen Stille,

um mit uns selbst und mit Gott in Kontakt zu kommen.

Alle sind eingeladen, sich eine gute Sitzposition zu suchen,

wer mag, kann die Augen schließen,

wir werden still und richten unsere Sinne für ein paar Minuten nach innen.

 

Wenn ich beginne zu schweigen und still zu werden,

dann kann es zunächst einmal sehr laut sein in mir selbst.

Da kommen vielleicht viele Gedanken hoch,

stürmen Gefühle auf mich ein,

es regt sich vielleicht sogar Abwehr in mir,

vielleicht spüre ich aber auch, wie wohltuend Stille und Schweigen sein kann.

 

Für Menschen, die sonst immer „viel um die Ohren haben“ kann Stille sehr heilsam sein, für einsame Menschen kann Stille auch zur Bedrohung werden.

 

Ich habe den Eindruck,

dass mir in diesen Corona-Zeiten mehr Möglichkeiten zur Stille geschenkt werden:

weniger Kontakte, weniger Ablenkung, weniger Freizeitmöglichkeiten.

 

Stille und Schweigen sind der Nährboden zum Hören.

Hören auf das, was in mir selbst ist.

Und da begegnet mir viel Schönes, aber auch so manches,

wo ich eigentlich lieber weg hören möchte.

Oft begegnet mir auch eine Leere, die es auszuhalten gilt.

Manchmal stosse ich vor zu meinem innersten Kern,

wo ich Gott hören und spüren kann – das ist ein großes Geschenk.

 

Der „Weg in die Stille“ liegt offen vor uns,

wir können ihn gehen, wenn wir das möchten:

in einer Kirche, zu Hause, im Wald, unterwegs, vor dem Einschlafen,

ein paar Minuten oder auch eine längere Zeit, alleine oder auch mit anderen.

 

Und im nächsten Weggottesdienst mit den Kommunionfamilien -

und darauf freue ich mich jetzt schon!

 

Melanie Kwasnitza

Gemeindereferentin