GdG St. Peter Mönchengladbach-West

(Stand: Januar 2018)


Nach erfolgter Abstimmung (insbesondere mit der Kunstkommission des Bistums Aachen) und abgeschlossener Planung der Neubauelemente konnten die Umbau- und Sanierungsarbeiten seit Oktober 2017 begonnen werden.

Hier ein Überblick zu den Bauarbeiten:

Vorbereitende Maßnahmen/ Einrichten des Langschiffes als Notkirche

Zunächst musste das Oktogon leergeräumt werden. Zu Unterbringung der Kirchenbänke konnte über ein Containerterminal in Düsseldorf ein Seecontainer beschafft werden. Nach dem Leerräumen des Oktogons konnte eine Gerüstbaufirma die Staubschutzwand einbauen. Im Anschluss wurden die Seiten- und der Hochaltar sorgfältig demontiert und im Langschiff wieder aufgebaut.

Die Bänke im Langschiff wurden gedreht, ein Altarpodest sowie eine Zugangsrampe zum Eingang des Langschiffs gebaut. Weiter wurde die Not- Sakristei eingerichtet und so konnte nach nur einer Woche Stillstand wieder Gottesdienste in unsere Kirche stattfinden. Die ``Not`` Kirche im Langschiff wird außerordentlich gut angenommen, ja bei vielen Gottesdienstbesuchern stellt sich ein regelrechtes Wohlempfinden ein. Nahezu alle Gottesdienste können auch während der Zeit der Bauarbeiten stattfinden so dass uns die Venner Kirche als Gotteshaus während der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen erhalten bleibt.

Das Gerüst beheimatet derzeit unsere Krippe, ansehen lohnt sich!

Sämtliche aufgezählten Arbeiten wurden durch fleißige ehrenamtliche Helfer erledigt!

Staubschutzwand / Sicherungsmaßnahmen

Nach dem Leerräumen der zunächst wurde eine Staubschutzwand zwischen Oktogon und Langschiff eingebaut. Danach wurde der Bodenbelag sorgfältig abgedeckt und weitere Sicherungsmaßnahmen ausgeführt. Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten war es vielen Gottesdienstbesuchern möglich, einen Blick in das nun vom Langschiff (Baujahr 1864) getrennte Oktogon (Baujahr 1913) zu werfen. Die allermeisten waren über die Dimension, Klarheit und Erhabenheit dieses Sakralraumes überrascht.

Rückbauarbeiten/Innenputzsanierung

Die Rückbauarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Der schadhafte Putz wurde bis zu den Fenstersockeln abgeschlagen, die Altarinsel zurückgebaut und die Außenwände vom Betonboden freigeschnitten. Diese Maßnahme hat das Ziel, die unter dem Boden gestaute Feuchtigkeit von den Wänden abzuleiten und vor den Wänden ausdiffundieren zu lassen. Hierzu wurden die Wandschlitze vor den Wänden mit Drainbeton vergossen. Erste Vergleichsmessungen der Wandfeuchte bestätigen den Erfolg dieser Maßnahmen.

Malerarbeiten

Wandflächen und Gewölbe werden etwa ab April neu in hellen Farbtönen gestrichen. Die Säulen werden ihre Steinsichtigkeit behalten bzw. wieder erhalten

Elektroarbeiten

Die Leistungen zur neuen Elektroinstallation wurden ausgeschrieben. Mit dem Beginn der Arbeiten ist im Januar zu rechnen.

Neuer Ringleuchter

Licht wird das wesentliche Gestaltungselement des Oktogons. Durch geschickt angebrachte LED – Leuchten soll der Raum wirkungsvoll ausgeleuchtet werden. Je nach Liturgie sollen verschiedene Szenarien möglich sein. Zentrales Raumelement wird der 9 m im Durchmesser große Ringleuchter aus Stahlröhren sein. Dieser wird eine zentrale Bedeutung im Lichtkonzept einnehmen. Ein Modell wurde erstellt, 1:1 Modelle der Fassungen und Knotenpunkte sind in Arbeit.   

Bernd Hintzen

Beginn der Sanierungsarbeiten Chorraum und Oktogon

Liebe Gemeindemitglieder,

wir möchten Ihnen an dieser Stelle den aktuellen Stand der Planungen und Arbeiten bzgl. des Zukunftskonzeptes der Pfarrkirche Venn darstellen. Diese Informationen wurden Ihnen teilweise auch im Gottesdienst am 12. September 2017 vorgetragen.

Am 12. September 2017 wurde mit dem Aufbau der Trennwand zwischen Oktogon und Langschiff begonnen. Im Festgottesdienst am 10. September 2017 wurden aus diesem Anlass die nachstehenden Informationen des Kirchenvorstandes bekanntgegeben. 

Zunächst einmal: Heute ist kein Abschied, sondern ein Aufbruch!

Unsere Pfarrgemeinde nimmt ihr Schicksal vor dem Hintergrund der noch viel deutlicher werdenden Auswirkungen des Priestermangels sowie der sinkenden Zahl von Gottesdienstbesuchern aktiv selber in die Hand.

Der Priestermangel zwingt die Gemeinden, neue Strukturen zu entwickeln. Es wird definitiv Veränderungen in den Gemeinden geben. Gemeindeleben kann zukünftig nur von den Menschen vor Ort gestaltet werden. Ehrenamtler, besonders auch aus den Reihen der Jugend, sind gefragt sich zu engagieren.

Eine Gemeinde kann nur fortbestehen durch ein Angebot vor Ort zu Gebet und Andacht aber auch zur Unterstützung des sozialen Zusammenhalts sowie Gelegenheiten zum gemeinsamen feiern und fröhlich sein. Bischof Helmut Dieser spricht von einer Notwendigkeit der tiefen und mutigen Erneuerung der Pfarreien und Pastorale.

 

Liebe Gemeinde,

es kommt auf uns alle an, es muss gelingen, unsere Kirche mit Leben zu füllen. Dies hat uns auch Weihbischof Karl Borsch im Rahmen seiner Visitation im letzten Jahr zugerufen, als wir ihm die Pläne zur Umgestaltung und Nutzungserweiterung der Kirche vorgestellt haben. 

Die baulichen Änderungen sollen dazu dienen, dass auch in Zukunft mit Lust und Freude das Gemeindeleben gestaltet werden kann. Im Oktogon sollen neben den Eucharistiefeiern auch optimale Gestaltungsmöglichkeiten für Wortgottesdienste, Andachten, Tauf- und Familienfeiern usw. gegeben sein.

Das Langschiff soll künftig nach einem 2. Bauabschnitt auch die Funktion eines Gemeindesaales erfüllen. Diese Überlegungen wurden unter Einbezug der Pfarrangehörigen in zwei Bürgerabenden sowie des Pfarreirates und des Patoralteams getroffen. Schließlich erfolgte die Abstimmung mit dem Bistum.

Die Kirche wird so zum zweiten Mal in Ihrer Geschichte den Erfordernissen der Zeit angepasst. Wie es in Venn bis 1913 war, Gottesdienst zu feiern, dies können sie ab Oktober erfahren, wenn wir das Langschiff als Kirche während der Bauarbeiten im Oktogon nutzen.

Mit den jetzt beginnenden Bauarbeiten sollen die Feuchtigkeitsschäden nach der zurückliegenden Dacherneuerung beseitigt werden. Somit kann die von unserer Gemeinde langersehnte und notwendige Sanierung des Oktogons nunmehr endlich durchgeführt werden.  

 

Für das Oktogon sind im Einzelnen folgende Arbeiten vorgesehen:

Chorraum

Der Zelebrationsaltar soll etwa 6 m in Richtung Mitte des Oktogons versetzt werden. Hierzu werden die vorhandenen- in das Oktogon ragenden Stufen zurückgebaut und ein neues, breit angelegtes Stufenplateau errichtet. Der Altar steht künftig nur um eine Stufe höher als der Boden des Oktogons. Der Ambo soll in gleicher Achse wie der Zelebrationsaltar hinter demselben Aufstellung finden und drehbar umgebaut werden. So können auch Gottesdienste im Chorraum stattfinden. Hierzu und auch zur Ausstattung des Oktogons in Ergänzung zu den vorhandenen Rundbänken werden weitere Stühle angeschafft. 

Sanierung des Innenputzes / Innenanstrich

Der Innenputz wird teils saniert, teils erneuert. Um künftig Feuchtigkeit von den Wänden fern zu halten, soll innen die Bodenisolierung im Bereich der Wände entfernt werden. So kann die Feuchtigkeit über die Bodenplatte in den Innenraum diffundieren. Optisch wird der Streifen vor den Wänden mit Basaltsplitt gestaltet.

Wandflächen und Gewölbe werden neu in einem hellen Farbton gestrichen. Zur Betonung des eindrucksvollen Gewölbes soll nur sehr sparsam Farbe zum Einsatz kommen. Das Probejoch wird also nicht 1:1 umgesetzt.

Licht

Licht wird das wesentliche Gestaltungselement des Oktogons. Durch geschickt angebrachte LED- Leuchten soll der Raum wirkungsvoll ausgeleuchtet werden. Je nach Liturgie sollen verschiedene Szenarien möglich sein. Zentrales Raumelement wird ein großer Ringleuchter sein.

Akustik

Es wird eine hochmoderne Lautsprecheranlage mit Induktionsschleifen zum Einsatz kommen. Weiter wird ein Akustikgutachten zur Gestaltung der Trennwand zum Langschiff erstellt, um eine gute Akustik im Oktogon künftig sicher zu stellen. 

Taufbecken

Das Taufbecken wird etwa 5m vor der Trennwand im Oktogon ebenfalle in einer Achse zu Alter und Ambo angeordnet.

Zugänge

Der Zugang zum Oktogon wird künftig über die Seiteneingänge erfolgen. Langschiff und Oktogon bleiben über eine doppelflügelige Türanlage mit einander verbunden. Die Übergangskirche während der Bauarbeiten (Langschiff) wird vom Eingang über die Marienkapelle erschlossen.

Von Ihnen aus gesehen im linken Seitenschiff können Sie im Anschluss an den Gottesdienst gerne den Plan zur Umgestaltung des Oktogons einsehen. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir Ihnen noch nichts über die Dauer der Bauarbeiten mitteilen können. Chor und Oktogon sollen in neuem Glanz erstrahlen. Freuen wir uns darauf.

Ihr Kirchenvorstand

Berichterstattung in den Medien

Am 26. Juni 2017 berichtete die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe über einen Trend zu Umbaumassnahmen an bestehenden Gotteshäusern. Der Artikel ist hier zu finden.

Nebenstehend ist der Plan des Oktogons abgedruckt.


Der Kirchenvorstand
Bernhard Hintzen

Oktogon (c) Förderverein Kirche Venn

Protokoll des 1. Bürgerabends am 28. Januar 2015

s22c-6e15011909490_0001 (c) Förderverein Kirche Venn

Klaus Bungter und Bernhard Hintzen konnten rd. 250 interessierte Gemeindemitglieder und Venner Bürger willkommen heißen. Bernhard Hintzen betonte zu Beginn der Veranstaltung, dass der Grund für das Konzept die nachhaltige Sicherung des Gemeindelebens und der Pfarrkirche ist. Da das Gemeindelebendurch viele Gemeindemitglieder gestaltet wird, ist es dem Kirchenvorstand wichtig, vor Beginn von konkreten Planungen die Meinungen und Anregungen der Gemeindemitglieder und Bürger einzuholen.

 

 

img_4200a (c) Förderverein Kirche Venn

Im Anschluss ging Bernhard Hintzen zunächst   einmal auf das ein, was bisher geschah:

Das Projekt KIM (Kirchliches Immobilienmanagement) hatte das Ziel, 30 % Immobilienkosten in der GDG einzusparen. Dieses Ziel wurde dadurch erreicht, dass ausschließlich die drei Kirchen in der GDG im Zuschussbereich des Bistums verblieben sind. Alle anderen Immobilien werden seit dem letzten Jahr vollumfänglich von den Gemeinden getragen.

img_4194a (c) Förderverein Kirche Venn

Die umfangreichen Gedanken zur Innensanierung der Kirche führten auch zu Überlegungen in Bezug auf eine multifunktionale Nutzung. Hierin wurden wir insbesondere seitens des Bistums ermuntert.

In diesem Zusammenhang wurde auch über die Positionierung der Kirche und deren Umfeld (Mürrigerplatz) nachgedacht , dies auch vor dem Hintergrund einer eventuellen Verwertung von Grundstücken, die nicht oder in Zukunft nicht mehr für die Gemeinde benötigt werden.

dsc05098 (c) Förderverein Kirche Venn

Um zu dem heutigen Abend zu kommen, war eine grundsätzliche Vorklärung von Möglichkeiten seitens des Bistums sowie des Planungsamtes erforderlich. Nachdem die grundsätzliche Machbarkeit verschiedener Gedankenansätze gegeben war, gilt es nun im Vorfeld von konkreten Gedanken die Meinungen und Anregungen der Venner Bürger einzuholen. Da es sich insgesamt um eine sehr komplexe Aufgabenstellung handelt, hat der Kirchenvorstand das Büro ISR -Haan mit der Koordination beauftragt. Weiter wurden zu diesem Abend eine Vertreterin des Planungsamtes sowieder Architekt Paul Elmar Sommer eingeladen. Herr Sommer ist Spezialist für Sakralarchitektur und soll ein Konzept für eine Umnutzung des Langschiffes erstellen. Weiter nahm Herr Roels vom Bistum Aachen an der Versammlung teil.

Im Anschluss stellte Herr Füge von ISR Haan anhand einer Präsentation, die ebenfalls auf der Homepage der Pfarre veröffentlicht ist, die bisher erarbeiteten Grundlagen sowie Analysen der heutigen Situation und schließlich die Problemstellung und Ziele vor.

 

dsc05090 (c) Förderverein Kirche Venn

Breiten Raum nahm dann das Sammeln von Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger ein. Zahlreiche Wortmeldungen und beschriebene Karten dokumentierten das große Interesse der Venner Bürger an Kirche und Kirchenumfeld. Die Abfrage für Anregungen wurden in drei Themenbereiche:

  • Kirche
  • Mürrigerplatz
  • Grottenweg

unterteilt.

Die Ergebnisse sind auf dieser Homepage ebenfalls veröffentlicht. Einige wesentliche Aspekte seien hier genannt:

Auf die Frage nach der langfristigen Absicherung der Kirche antwortete Herr Roels, dass gerade jetzt eine gute Zeit für kirchliche Investitionen sei und das Bistum ein innovatives Konzept wie eine multifunktionale Nutzung der Pfarrkirche unterstützen würde.

In diesem Zusammenhang war den Gemeindemitgliedern sehr daran gelegen, dass die Kirche nicht – auch nicht in Teilen – entwidmet wird. Vielen Gemeindemitgliedern, insbesondere den Jugendlichen der KJG, ist das Jugendheim als ihr ‚Zuhause‘ sehr ans Herz gewachsen. Eine Alternative muss diesen Umstand berücksichtigen und ein neues tragfähiges Konzept beinhalten.

Dabei sollen auch alternative Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Weiterbetreiben des Jugendheims untersucht werden.

Abschließend wurde zu einem nächsten Bürgerabend am 18.3.2015, um 19 Uhr eingeladen. An diesem Abend sollen erste konkretere Gedanken unter möglichst großer Berücksichtigung der Anregungen vorgestellt werden.

Bernhard Hintzen

2. Informationsabend am 18.03.2015

img_4345-(3) (c) Förderverein Kirche Venn

P R O T O K O L L

Datum:            Mittwoch, den 18.03.2015, 19:05 Uhr  -  20:35 Uhr

Ort:                 Kirche St. Maria Empfängnis, Mürriger Straße 4, MG Venn

Begrüßung

Herr Füge vom Büro ISR begrüßt alle Anwesenden – etwa 200 Interessierte waren gekommen, und bedankte sich für die umfassende Mitarbeit beim letzten Bürgerabend. Diese war wichtig für die Vorbereitung des heutigen Abends. Anschließend stellt Herr Füge das Programm des heutigen Abends vor und übergibt das Wort an Herrn Hintzen vom Kirchenvorstand. Herr Hintzen begrüßt alle Anwesenden stellvertretend für den Kirchenvorstand. Er begrüßt insbesondere Herrn Pfarrer Straßburger, Herrn Roels vom Bistum und Frau Witte von der Stadt Mönchengladbach.

Einführung und Begrüßung durch den Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand ist sehr dankbar für die vielen Anregungen und Bedenken, die von den Gemeindemitgliedern gekommen sind. Diese wurden aufgenommen und bei den ersten Skizzen des Architekten sowie den Ideen, die heute vorgestellt werden, berücksichtigt. Es gab davor noch keine Planung.

Herr Scheeres (Mitarbeiter in der KIM-Projektgruppe) erläuterte noch einmal das KIM-Projekt (Kirchliches Immobilienmanagement des Bistums). Alle Immobilien der Pfarre wurden analysiert. Die Vorgabe des Bistums war, dass jede Pfarrgemeinde 30 % Einsparungen in der Bezuschussung von Gebäuden erbringen musste. Alle GdG-Gemeinden haben sich für die Bezuschussung ihrer Kirchen entschieden.

Herr Müting erläutert, dass somit alle anderen Gebäude ohne Bistumszuschüsse von der Gemeinde unterhalten werden müssen. Es stelle sich insbesondere die Frage, ob die Gemeinde ein so großes Kirchengebäude in der Zukunft überhaupt noch benötigen würde. Zurzeit werden die Gottesdienste von rund 110 Personen im Durchschnitt besucht. Herr Müting weist darauf hin, dass die Gemeinde jetzt die Weichen für die Zukunft stellen muss.

Herr Hintzen weist darauf hin, dass vor dem Hintergrund einer notwendigen Innensanierung über einen erweiterten Nutzen der Kirche nachgedacht wird. Ergänzend zu Gottesdienstbesuchern bei Eucharistiefeiern erwähnte er, dass zu Wortgottesfeiern nur etwa 30 bis 40 Personen kommen. Aus diesem Grunde wurden bereits viele Ideen für eine erweiterte Nutzung der Kirche diskutiert. U. a. wurde auch über die Idee, ein Columbarium einzurichten nachgedacht. Dieser Gedanke wird jedoch nicht vom Bistum unterstützt, da es in Mönchengladbach bereits ausreichend Columbarien gäbe.

Herr Hintzen schließt die Einführung mit dem Hinweis ab, dass es nicht die Intention der Gemeinde sein kann, nur für viel Geld lediglich den Innenraum zu sanieren. In diesem Zusammenhang zeigt Herr Hintzen einige Beispiele von bereits umgesetzten Projekten in anderen Kirchen mit einer Teilumnutzung der Kirche für Gemeindezwecke.

buergerabend-18.03.2015-1 (c) Förderverein Kirche Venn

Zusammenfassung des ersten Bürgerabends

Herr Füge vom Büro ISR fasst die Ergebnisse des ersten Informationsabends, der am 28.01.2015 ebenfalls in der Kirche stattgefunden hat, zusammen. Die wichtigsten Punkte aus Sicht der Bürger sind: Erhalt der Sakralnutzung der Kirche, ‘lieber eine kleine Kirche als gar keine Kirche‘, Was geschieht mit der Orgel?, möglichst variable Nutzung des Innenraums. (große Messen)

An einer Informationswand waren alle Ergebnisse des 1. Bürgerabends dargestellt. Die Ergebnisse sind auch auf der Homepage der Pfarre hinterlegt.

Die Ergebnisse des ersten Informationsabends sind in die weitere Bearbeitung eingeflossen. Daraufhin wurde eine Raumanalyse mit Kostenzuordnung (Betriebs- und Instandhaltungskosten) durch den Kirchenvorstand vorgenommen.

 

Analyse des Raumprogramms durch Herrn Hintzen

Herr Hintzen stellt stellvertretend für den Kirchenvorstand die Raumanalyse des Gebäudebestandes anhand von konkreten Zahlen vor und erläutert die finanziellen Auswirkungen bzw. Konsequenzen:

 

Jugendheim

Die jährliche Unterdeckung für die Unterhaltung des Jugendheimes ist beträchtlich. Das Gebäude ist 50 Jahre alt und weist einen erheblichen Sanierungsstau auf. Es wurde auch über eine private Trägerschaft (z. B. Vermietung) nachgedacht. Aufgrund des großen Grundstücks müssen aber auch Liegenschaftszinsen berücksichtig werden. Die Kosten für einen Träger wären so hoch, dass es sich nicht rechnet. Auch der Sanierungsstau würde bleiben, sodass dieser Gedanke nicht realistisch ist.

 

Pfarrhaus

Das Pfarrhaus ist Ende der 70er Jahre grundlegend saniert worden, der Sanierungsstau ist daher geringer. Eine Barrierefreiheit für das Erdgeschoss wäre einfach zu erreichen. Das Gebäude ist nach wie vor tauglich als Pfarrbüro. Das Pfarrhaus steht unter Denkmalschutz und gehört als Ensemble mit der Kirche zusammen. Ein Anbau an der Rückseite wäre bei diesem Gebäude denkbar. Es gab früher schon einmal einen Anbau in ähnlicher Form. Ein barrierefreier Anbau wäre demnach hier möglich, z. B. als Haus der Jugend. Auch Lagermöglichkeiten für z. B. Pfarrfest und Kirchenmobiliar sowie ein Schießraum ließe sich ebenfalls in dem Anbau unterbringen.

 Der Umbau des Pfarrhauses stellt insgesamt ein überschaubares Projekt dar. Eigenleistungen wären hier denkbar. Das Jugendheim würde erst bei einem adäquaten Ersatz aufgegeben.

 

Kirche

Herr Hintzen weist abschließend darauf hin, dass die meisten Wünsche des letzten Bürgerabends sich auf die Kirche beziehen.

Ein Umbau der Kirche soll so geplant sein, dass die Kirche kontinuierlich nutzbar ist, wenn auch in kleinerem Rahmen. Zunächst sollten sorgfältige Analysen getroffen werden. Inhalt der Analysen wären Kosten, Flächenpotenziale und Nutzungsmöglichkeiten sowie Zukunftsaussichten. Die ersten Gedanken für eine Umnutzung der Kirche wurden von Herrn Sommer umgesetzt und werden im Anschluss vorgestellt. Ziel ist eine möglichst hohe tägliche Frequentierung.

buergerabend-18.03.2015-3 (c) Förderverein Kirche Venn

Vorstellung des architektonischen Konzeptes durch Herrn Architekten Sommer

Herr Sommer präsentiert seine Entwurfsgedanken zum Umbau der Kirche zwecks einer Nutzung über die sakrale Nutzung hinaus.

Er erläutert seine Vorgehensweise. Demnach hat er eine Analyse der Lichtverhältnisse, der Kirchenfenster und den besonderen Eigenschaften der Kirche vorgenommen.

Im Anschluss an diese Analyse sind erste Gedanken entstanden, die sich mit Belichtungsfragen bei Einzug einer neuen Ebene in das Langschiff beschäftigen.

Ein Ansatz der Lösung dieser Problematik ist es, „Löcher“ in die Kirche zu schneiden. Hierzu zeigt Herr Sommer einige Beispiele. Anschließend zeigt er in einigen Skizzen, wie sich eine multifunktionale Nutzung im Langschiff der Kirche umsetzen lassen könnte.

Schließlich erläutert Herr Sommer das Konzept der Grundrissaufteilung und der Nutzungen anhand von Modellfotos, dabei gäbe es u. a. eine neue Orgelempore, die dem Sakralraum zugewandt ist.

 

Herr Füge bedankt sich bei Herrn Sommer für den interessanten Vortrag. Er bittet die Anwesenden um ihre Fragen. 

 

Rückfragen aus der Gemeinde / der Bürgerschaft

 

  1. Wie hoch sind die Kosten für den Umbau der Kirche?

Herr Sommer: Die Kosten sind noch nicht ermittelt. Es geht zunächst um eine grundlegende Idee. Diese muss mit der Feuerwehr, dem Denkmalschutz etc. geklärt werden. Bevor Kosten genannt werden können, ist eine sorgfältige Planung notwendig.

 

  1. Wie weit ist der „Speicher“ (Raum oberhalb des Gewölbes) nutzbar?

Herr Sommer: Gewölbe tragen sich nur selber und können keine zusätzlichen Lasten aufnehmen. Insofern ist es zu aufwendig, hier etwas einzubauen. Weiter lägen dann die genutzten Räume zu hoch, was hohe Bauauflagen nach sich ziehen würde.

 

  1. Es sollen doch Kosten eingespart werden, wie passt das zusammen mit so einer großen Investition? Wo kommt das Geld für diese Investition her? Aus dem Abriss des Jugendheims, Neubau und Verkauf?

Herr Hintzen: Es geht darum, erst einmal eine Vision zu vermitteln, wie man die Gemeinde in den nächsten 50 Jahren nachhaltig unterstützen könnte. Können wir uns diese Ideen vorstellen oder soll alles so bleiben, wie es ist? Die notwendige Innensanierung ist auch nicht umsonst. Eine multifunktionale Nutzung der Kirche ist eine Investition für die Zukunft.

 

Der Kirchenvorstand wird sich nicht auf ein finanzielles Abenteuer einlassen. Wenn er weiß, dass die Gemeinde die Gedanken überwiegend mitträgt, das Bistum Aachen die Ideen unterstützt und die Behörden mitspielen, ist das eine Chance. Es ist nicht auszuschließen, dass sich die jetzige Vision finanziell nicht umsetzen lässt, aber es ist eine Chance, die nicht ungenutzt bleiben soll.

 

  1. Sind diese grundsätzlichen Skizzen in den nächsten Tagen in Papierform zu bekommen, sodass man sie schriftlich beantworten kann?

Herr Sommer: Wir möchten die Skizzen noch weiterdenken und noch nicht zugänglich machen. Das Konzept ist noch nicht fest. Zumindest eine Klärung mit der Feuerwehr und der Denkmalpflege sollte erfolgt sein.

 

  1. Einige Gemeindemitglieder würden sich gerne jetzt im Anfangsstadium in den Prozess einbringen.

Herr Hintzen: Selbstverständlich ist jeder Hinweis willkommen. Die Beteiligung wird intern besprochen. Alle Gedanken sollen bitte an den Kirchenvorstand adressiert und eingereicht werden.

 

  1. Wie ist der Zeitrahmen, der angedacht ist? Im Augenblick ist Aachen bereit Zuschüsse zu geben, bleibt das so?

Herr Hintzen: Weitere Planungen werden viel Zeit in Anspruch nehmen . Ein grober Zeithorizont für die Umsetzung ist mit 4 – 5 Jahren angedacht.

 

  1. Beginnt man schon mit der Innensanierung, wenn es noch so lange dauert bis zur Umsetzung der Neuplanung?

Herr Hintzen: Wenn die Planung weiter fortgeschritten ist, kann ggf. ein erster Bauabschnitt im Oktogon begonnen werden.

 

  1. Ist es richtig verstanden, dass die Finanzierung durch den Verkauf des Jugendheims, Zuschuss des Bistums und der Rest durch die Gemeinde erfolgen soll? Damit wäre bereits klar, dass das Jugendheim verkauft werden muss.

 

Herr Hintzen: Es ist kein Muss! Alles muss analysiert werden in der weiteren Planung. Ein Anbau ans Pfarrhaus ist eine gute Option für den Ersatz. Das Jugendheim ist ansonsten unabhängig vom Kirchenthema.

 

Abschließend stellt Herr Füge die Frage an die Anwesenden ob sie dem Kirchenvorstand das Vertrauen und den Mut aussprechen würde, den begonnen Planungsprozess weiter zu verfolgen. Die Anwesenden beantworten die Frage positiv mit einem großen Applaus.

Schlusswort

Herr Laumen fasst die Vorträge und Diskussionen des Abends zusammen. Er weist darauf hin, dass nicht Utopien nachgegangen werden soll, sondern eine umsetzbare Planung zu finden ist. Alle Anregungen sollen dabei bestmöglichst berücksichtigt werden. Dabei werde man auch Kompromisse eingehen müssen. Herr Laumen bedankt sich abschließend bei allen Vortragenden und bei Herrn Thomas Brüggemann, der für die Technik verantwortlich war.

Abschließend erklärt Herr Laumen, dass im Rahmen der Umsetzung der Wünsche auch die Traditionen beachtet werden sollen. Stellvertretend für die Anwesenden drückt er die Hoffnung mit dem Sprichwort aus, dass „die Flamme der Begeisterung entfacht ist und weitergetragen werden sollte.“

buergerabend-18.03.2015-2 (c) Förderverein Kirche Venn